VI World-Tour

Samstag 10 Dezember 2005

Der Thorsten und ich planen einen Trip!

Hi VI,

der Thorsten und ich haben fest vor ?ber meinen Geburtstag zu verreisen! Zur Auswahl stehen Abenteuerurlaub in Alaska, Toronto oder mit dem Auto von Miami ans Key West! Beriche folgen...

Sonntag 9 Oktober 2005

"South Beach, bringin' the heat"

Diesen musikalischen Lockruf von Will Smith musste ich ja wohl fr?her oder sp?ter mal ?berpr?fen. Deshalb war letztes Wochenende ein Ausflug nach Miami f?llig.

Am Freitag Abend zugegebenerma?en sehr kurzfristig ein Hotel in Miami Beach gebucht und am Samstag morgen gleich ab in den S?den. Mein Hotel lag trotz unschlagbarem Preis im absoluten Zentrum von South Beach, dem Zentrum von Miami Beach.

Miami ist eine ziemlich krasse Stadt: einer der gr??ten H?fen der USA, sehr viele internationale Banken und gleichzeitig sehr glamour?s und touristisch. Der schlechte Ruf von Drogenumschlagplatz Nr. 1 ist nat?rlich auch nicht ganz wegzubekommen.

Miami Beach ist eigentlich eine Art Insel, die durch unz?hlige Br?cken mit Miami verbunden ist. Hier ist ausschlie?lich der Tourismus und Glamour-Teil vertreten. Das Zentrum ist der Art Deco District parallel zum South Beach in dem es viele bunt bemalte und beleuchtete Hotels gibt. Auf dem Weltber?hmten Ocean Drive steht vor jedem teueren Restaurant ein hei?er Schlitten aus den f?nfzigern um Passanten zu hereinzulocken.

Leider hat es am Samstag Abend immer wieder geregnet, deshalb gibt es nur Bilder bei Tag.

Das Publikum hier ist vergleichbar mit Monaco oder Saint Tropez. Das Motto lautet "Ich bin reich, sch?n und zeige es allen!". Angeblich sind hier auch einige Million?re und Models unterwegs. Alle italienischen Sportwagenhersteller sind auf der Stra?e gut vertreten. Mit Ausnahme von Fiat ;-)

In manchen Ecken tummeln sich auch sehr dunkle Gestalten. Als ich den Ocean Drive in Richtung Hafen hinuntergeschlendert bin, bin ich an einem Parkhaus mit ein paar dutzend gro?kalibrigen Einschussl?chern vorbeigelaufen. Da wird einem dann doch etwas komisch. Insbesondere wenn man den achtziger Jahre Streifen Scarface mit Al Pacino gesehen hat (dagegen ist Pulp Fiction eine gute Nacht Geschichte).

Am Sonntag habe ich dann am Strand vom sch?nen Wetter profitiert. Der Strand ist, kurz gesagt: riesengro?, ewig lang, sehr sch?n mit Palmen usw. und gut beaufsichtigt. Letzteres ist besonders wichtig, da im S?den Floridas starke Str?mungen und gefr??ige Haie entlang der K?ste unterwegs sind.

Sehr typisch an Miami selbst ist der kubanische und insgesamt Lateinamerikanische Einfluss. Deshalb konnte ich mir das Viertel Little Havanna nat?rlich auch nicht entgehen lassen. Es unterscheidet sich nur in einem vom Rest der Stadt: man ist pl?tzlich in einer ganz anderen Kultur. Restaurant-Menus, Plakate, Ladenbeschilderungen: alles ist ausschlie?lich auf Spanisch. Und wer hier Fast-Food sucht ist Fehl-am-Platz, das gibts da nicht. So habe ich also meine geballten Spanisch-Kr?mel gepackt und habe ein lecker anmutendes kubanisches Lokal aufgesucht.

An der Glast?r klebt ein Zeitungsausriss "Heimische Kost in Afghanistan". Die Betreiber scheinen wohl vor kurzem eine Zweigniederlassung in Afghanistan er?ffnet zu haben um die Latinos unter den amerikanischen Soldaten kulinarische zu verw?hnen. Und prompt ist das kleine Havanna wieder im globalen Kontext eingebettet. Die servierten Spezialit?ten waren k?stlich, auch wenn ich nicht alles zuordnen konnte...

Es gibt ein Wort bei dem die eigentlich von der Natur schon verw?hnten Floridianer leuchtende Augen bekommen: Keys Gemeint ist die Inselgruppe an der S?dspitze des Staates, die einen greifbaren Traum von Karibik darstellt. So erlag auch ich der Versuchung die direkt bei Miami liegende Insel Key Biscayne zu besichtigen.

Key Biscayne geh?rt geographisch gesehen nicht richtig zu den eigentlichen Keys. Es gibt aber viele ?hnlichkeiten: es gibt eine einzige Zufahrtstra?e, das Wasser ist t?rkisblau, warm und ohne Wellen und die Str?nde bestehen aus feinem wei?en Sand. Ziemlich traumhaft.

Andererseits: wenn man das t?rkisblaue Wasser wegl?sst sieht es aus wie auf Sylt (bis auf die Palmen nat?rlich :-)

Auf dem R?ckweg habe ich dann noch festgehalten, was ich auf dem Highway immer wieder gesehen habe. Hier haben die Eigent?mer monstr?ser Wohnmobile nicht etwa einen Smart im Schlepptau, sondern den amerikanischen Kleinwagen namens Jeep Cherokee. Manche sind schon verr?ckt.

Sonntag 2 Oktober 2005

Johnny allein in Philadelphia

Damit Daniel auch noch was zu schreiben hat, schreib ich jetzt mal ?ber meinen Montag allein in der Stadt und meinen Dienstag in Pittsburgh :-)

Der offizielle Grund der Reise war ja eigentlich gesch?ftlicher Natur! Und zwar eine Messe in Pittsburgh.

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Dienstag 13 September 2005

Besuch von Gregor statt Ophelia am Wochenende

"Wenn Ophelia kommt, dann kommen wir nicht!" teilte mir Gregor am Donnerstag abend mit.

Ich h?tte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass ein gestandener Kommilitone im Praxissemester so schnell zickig wird.

Wer wissen will wer Ophelia ist und was dieses Wochenende alles los war: einfach *weiterlesen* ;-)

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Donnerstag 1 September 2005

Downtown, Umzug, Hire and fire

Mal wieder Zeit f?r einen Beitrag! Vor lauter Tennisspielen komme ich abends zu garnichts mehr (aber wenigstens hab ich ein bisschen Bewegung :-)

Downtown

Am Sonntag war ich mal in Downtown Orlando, damit ich f?r n?chste Woche schon wei?, wo der B?r steppt. Sehr interessant das ganze. Ich war ja vorher noch nie im Zentrum einer US-Millionenstadt.

W?hrend in dem St?dtchen in dem ich arbeite (Lake Mary) Sonntags die B?rgersteige hochgeklappt zu sein scheinen, war in Downtown etwas mehr los. Dennoch war erstaunlich wenig Autoverkehr, daf?r aber viel Fu?g?ngerverkehr in der Parkanlage rund um Lake Eola, dem Wahrzeichen der Stadt. Vielen spazierenden Familien bin ich bei meinem Rundmarsch um den See zweimal begegnet, den meisten Joggern noch ?fter. Naja, jenseits des Parks macht es auch weniger Spa? zu Fu? unterwegs zu sein. Ich wurde 3 Mal nach Cent-Betr?gen angebettelt, bei vierten Mal hab ich den Typ erfolgreich ignoriert. Ich glaube das wird meine neue Strategie. Im Park sitzt zwar auf jeder zweiten Bank auch ein Penner, solange die sich dort gerade halten wird das aber von der Stadtverwaltung geduldet (siehe Schildbild). Zu beachten sei auch die ?u?erst pr?zise ?ffnungszeit von 12:01 AM bis 6:00 AM :-)

Ansonsten gibt es eine handvoll Partystra?en mitten im Bankenviertel, wo eine Kneipe die n?chste jagt. Ich glaube da ist abends die H?lle los! Das muss ich mir n?chste Woche unbedingt n?her anschauen :-)

Umzug

Diese Woche steht der Umzug vom Hotel in eine WG an. Da die Firma sich verpflichtet f?hlt mir die Einrichtung f?r mein Zimmer zu beschaffen und M?bel zu mieten deutlich zu teuer ist, durfte ich gestern f?r $700 mein Zimmer einrichten 8-) Vor lauter Shopping-Rausch (Luxus-G?ste-Luftmatratze, Extra-Decken usw.) habe ich sogar um ca. $60 ?berzogen :-\ Was soll's; Am Samstag kommt mein Bett und dann wird auf jeden Fall eingezogen. Bin gespannt wie es wird mit meinen zwei Mitbewohnern.

Hire and fire

Heute morgen wie immer um ca. 8:30 ins B?ro eingetrudelt, denke ich mir "Ha, schon wieder nicht letzter!". Bis mir klar wird, dass der Arbeitsplatz meiner Kollegin Magally (Logitik, Auftragsabwicklung) besonders gr?ndlich aufger?umt ist. Man k?nnte denken: Leerger?umt. Nachdem ich mit Deut auf den leeren Platz ein paar fragende Blicke in den Raum geworfen habe, geht auch meinen anwesenden Kollegen ein Licht auf. Keiner wei? was, aber alle ahnen es. Aber ich bin trotzdem nicht letzter: James (Assistenz, IT) ist noch nicht da.

Gegen 10:00 kommt dann auch er hereinspaziert, l?ssig gekleidet und in Flip-Flops, sein Gesicht zeugt von einer langen Nacht mit wenig Schlaf. Er hilft Kollegen bei ein paar Kleinigkeiten. Ich frage ihn ob er heute Urlaub hat. Er sagt gestern war sein letzter Tag und Magally arbeite auch nicht mehr hier. Es geht ein staunendes OOOH durchs Kollegium. Infos kommen sp?ter vom Management hei?t es.

Bis halb elf herrscht gro?e Spannung im B?ro, alle fragen sich was heute Nacht passiert ist. Man h?rt etwas von "Gestern sind wichtige Entscheidungen gef?llt worden"... dann kommt der Oberchef aus dem Konferenzraum und trommelt die Mannschaft zusammen. Das Ende vom Lied: Wir haben erst die H?lfte des Umsatzziels f?r das Jahr erreicht, entweder es geht ein Ruck durch die Mitarbeiter oder der Laden wird von der Zentrale dicht gemacht. Besagte wichtige Entscheidung war wohl ersteres zu w?hlen und die Konsequenz daraus sich von potentiellen St?rfaktoren bzw. weniger produktiven Mitarbeitern zu trennen.

Ziemlich Sch**** f?r die beiden Betroffenen und ziemlich krasse Umgangsart.

Ich vermute das nennt man dann Hire and fire...

Sonntag 31 Juli 2005

Einmal Indianer und zur?ck

Heute hab ich einen Ausflug in den Wekiva River National State Park gemacht. Ein Kleinod floridianischen Urwaldes, wenn auch ein bisschen mit Beton zugepflastert. Dort kann man Wandern, Baden, Kanu fahren und von Alligatoren gefressen werden.

Die gefestigten Lehrpfade f?hren sicher durch das feuchte Moor und erlauben Einblicke in den unber?hrten Urwald.

Die Quelle selbst wurde in eine Art Freibad umbetonniert. Ein Freibad mitten um Urwald, das ist Luxus pur. Die Badeg?ste werden durch einen Zaun getrennt: auf der einen Seite die Menschen, auf der anderen die Alligatoren und Kanufahrer.

Mit dem Kanu unterwegs jenseits des Zauns ist man froh, wenn die Glubschaugen die einen anstarren wieder unter Wasser verschwinden, sobald man in die N?he kommt. Angeblich schrecken gro?e Alligatoren nicht davor zur?ck sich einen Menschen vorzukn?pfen.

Das Kanufahren hat wirklich etwas indianisches. Mir hat nur noch eine Lanze gefehlt um Fische aufzuspie?en. Andere Leute h?tten wohl am liebsten ihre Mitfahrer aufgespie?t. Ich bin tats?chlich ?fters darum beneidet worden mich beim Paddeln und Man?vrieren mit niemandem absprechen zu m?ssen. Manche schrien sich an, weil sie schon zum dritten Mal im Geb?sch gelandet waren, andere weil sie schon wieder gekentert waren.

Aber eines gabs bei den Indianern garantiert noch nicht: Kanustaus an den Engstellen :-)

Samstag 30 Juli 2005

Cruisin' to the beach

Wochenende!

Also erstmal einen kleinen Ausflug unternehmen: rauf auf die Interstate 4 East Richtung Daytona Beach. Ber?hmt f?r Geschwindigkeitsrekorde in den 1920ern und f?r die Stock-Car Rennstrecke. Ber?chtigt f?r die Horden von College-Studenten die zum Spring Break ?ber die K?stenstadt herfallen um das Prinzip Sex, Drugs and Rock'n'Roll aufleben zu lassen.

Das besondere an diesem Strand ist die Tradition, mit dem Auto auf dem Sand fahren und parken zu d?rfen (kostet nat?rlich 5$). Also hingefahren, gebadet und Hotdog gegessen. Andere Leute machen hier Urlaub :-)

Der Strand ist sehr sch?n, wie man auf den Bildern sehen kann (Klicken um zu vergr??ern).

G G G

Nach einer Weile st?ren aber die st?ndigen Motorenger?usche und das Geschrei von versandeten SUV-Besitzern die Atlantik-Idylle. Daher habe ich mich weiter auf den Weg Richtung New Smyrna Beach gemacht. New Smyrna Beach liegt ca. 10 Meilen s?dlich von Daytona Beach und wurde mir von einer Kollegin als der Strand der Locals empfohlen.

In der Tat ist New Smyrna Beach etwas f?r Locals. Ausschlie?lich f?r Locals, wie sich nach einiger Suchzeit herausstellte. Wer, wie ich, kein Haus oder Hotel in Strandn?he bewohnt hat KEINE Chance zum Strand zu kommen, da es keine Parkpl?tze gibt. Besser gesagt: ich habe zwar einen gefunden, aber um von dort zum Strand zu kommen h?tte ich eine 3m hohe Betonwand hinunter- und sp?ter dann wohl wieder hochspringen m?ssen. Das ist nur was f?r Spiderman oder Gregor. Schade, der Strand ist tats?chlich noch cooler als in Daytona Beach und nicht so stark besiedelt.

Also: zur?ck ins Hotel. Der Highway f?hrte mich quer durch den Urwald und bald kam die Erkenntnis was ein tropisches Klima ausmacht: Regen. In brutalster Form. 20cm Wasser stehen auf dem Highway. Die Scheibenwischer auf h?chststufe werden nutzlos. Als einzige Orientierungspunkte dienen die roten Flecken die vor mir herfahren.

G G

Da ist man froh wenn man wieder ein Dach ?ber dem Kopf hat und sich an den Rechner setzen kann :-)

PS: Bei den Dimensionen hier kann man das Cruise Control sogar im Stadtgebiet brauchen.

PPS: Neulich im Supermarkt:

Baggirl (hat eine von mir gekaufte Gurke in der Hand): "What's that?"
Kassiererin: "A cumcumber."
Baggirl: "Wow, that's huge!"

Ohne Worte... :-)